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JUNIOR - SVEIN & TORBJØRN ÜBER DAS NEUE ALBUM
Mit ‚Tricky Tricky’ und ‚This Must Be It’ wurde weiter geschürft. Beide Songs wurden von Karin Dreijer Andersson von Schwedens ikonoklastischem Techno-Art-Bruder-Schwester-Gespann „The Knife” eingesungen, die bereits in Röyksopps ‚What Else Is There’ (auf ‚The Understanding’) zu hören war. „Weil Kunst und Handwerk zwei entgegengesetzte Pole sind, sozusagen ein Kampf innerhalb eines Kampfes”, erläutert Torbjørn, „mussten wir potenzielle mentale Reibungen ausmerzen und stattdessen eine gewisse Wildheit dazubitten.”
Berge: „‚Tricky Tricky’ ist ein perfektes Beispiel dafür, wie wir zusammenarbeiten. Beim Entstehungsprozess dieses Songs herrschte ein instinktives Einverständnis darüber, wohin wir gehen und was wir tun wollten. In diesem Fall haben sich Borderline-Menschen in einer Nummer zusammengetan, die man als kokaininduziertes Angstgefühl bezeichnen könnte.”
Brundtland: „Wenn Karin singt, singt sie nur Wörter, die ihr wirklich gefallen. Man hört es an ihrer Diktion: Jedes Wort kommt von Herzen.”
Berge: „Eine weitere Sache bei Karin ist: Sie gehört nicht zu den Leuten, die darauf bestehen, dass ihre Stimme absolut ihren Vorstellungen entsprechend hoch im Mix und mit High-End-Frequenzen überladen etc. klingt. Sie mag es, wenn man ihre Stimme ein wenig aufmischt. Ehrlich gesagt glaube ich, dass sie es sogar bevorzugt, etwas daneben zu klingen.”
Resultat dieses Gipfeltreffens zwischen zwei Norwegern und einer Schwedin: die düstere, sich langsam steigernde Spannung von ‚Tricky Tricky’ und ‚This Must Be It’ - ein Song, der so klingt wie „Angelo Badalamenti, wenn er sich in einem norwegischen Wald verirren und von Giorgio Moroder gerettet würde.”
Die schwedische Popikone Robyn, die gerade erst Madonna auf ihrer Europa-Tournee begleitet hat, lieh ‚The Girl And The Robot’ ihre Stimme. „Neben ihrer wunderbaren Persönlichkeit und Stimme ist das Gute an Robyn”, findet Berge, „dass sie trotz ihres großen Namens - immerhin ist sie die wahrscheinlich bekannteste Künstlerin, mit der wir auf unserem Album gearbeitet haben - dazu bereit ist, Aufnahmen mit zwei schäbigen Typen in einem Besenschrank in Bergen zu machen. Dafür hat sie meinen vollen Respekt.”
Das Ergebnis ist ein brillanter, überlebensgroßer, melodramatischer, technoperatischer Song über die Liebesaffäre zwischen einer Frau und einem Androiden, die sowohl Kopf wie Herz berührt. „Es steckt eine Geschichte dahinter, und wir wollten etwas mehr bieten als 100-prozentigen Gute-Laune-Pop”, meint Brundtland.
„Mir wird langsam klar”, gesteht Berge, „dass wir, als wir nach Songs gruben, uns in Richtung Osten orientiert haben müssen, denn rückblickend ist es ziemlich offensichtlich, dass auf diesem Album - zumindest stimmlich - eine starke schwedische Präsenz vertreten ist.”
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